Treffsicher entscheiden

Haben Sie die Qual der Wahl bei verschiedenen Jobangeboten? Machen Sie eine Nutzwertanalyse!

Sie haben mehrere Jobangebote und sind im Clinch. Sie wägen Pros und Cons ab, versuchen, einen sich anbahnenden Bauchentscheid auch noch im Kopf zu validieren. Unabwägbarkeiten und Unsicherheiten stehen im Raum. Ängste und Sympathien gehen Hand in Hand. Sie drehen sich im Kreis. Jetzt hilft eine Nutzwertanalyse. Nutzen Sie diese Entscheidungshilfe!

Als nüchterner Variantenvergleich lohnt sich eine Nutzwertanalyse auch bei anderen Entscheiden, die scheinbar von Emotionalitäten durchzogen sind. Sie hilft Ihnen, Ihre Prioritäten zu defi nieren. Greifen Sie zu Stift und Papier, machen Sie sich auf Anpassungen und Korrekturen gefasst – schliesslich wollen Sie alle Parameter fassbar machen, damit Sie anschliessend treffsicher entscheiden können. Der Variantenvergleich funktioniert so: Sie tragen die unterschiedlichen Varianten in einer Tabelle auf der X-Koordinate ein.


- In der X-Achse führten Sie die Varianten auf: Variante A, Variante
B, Variante C.

- In der Y-Achse werden Ihre Parameter oder Kriterien aufgelistet:
Auf die Y-Achse schreiben Sie die Parameter, die Sie für
Ihre Entscheidung als wesentlich defi nieren. Also zum Beispiel:
Arbeitsweg, Lohn, Team, Vorgesetzter, Branche, Entwicklungsmöglichkeiten,
Arbeitsinhalte, etc.

Benotung der Varianten: 4 = einsame Spitze, 3 = sehr gut, 2 = ok, 1 = auf Dauer schwer zu ertragen

Gewichtung: Nun gilt es, diese Y-Parameter-Kriterien zu gewichten. Die Summe der Gewichtung sollte die Zahl 100 nicht überschreiten. Beispiel:

- Arbeitsweg/-ort: 30
- Vorgesetzter: 20
- Inhalte: 20
- Branche: 10
- Lohn: 5
- Team: 5

Notensystem: Anschliessend definieren Sie eine Benotung. Beispiel:

4 = einsame Spitze
3 = sehr gut
2 = ok
1 = auf Dauer schwer zu ertragen

Benotung: Nun benoten Sie die Parameter jeder Variante. Beispiel: Arbeitsweg der Variante A ist einsame Spitze, Variante B ist ok, aber bei Variante C könnte der Arbeitsweg auf Dauer zu einem Problem werden oder einen Umzug nötig machen.


Analyse:
Nun geht es zur Sache! Es wird sich zeigen, dass Sie nicht alles mit 4 bewerten können. Dank der Gewichtung der Kriterien verstärkt sich die Aussagekraft. Ihre inneren Konflikte werden geklärt, Sie definieren, was Ihnen wirklich wichtig ist. Ich begegne immer wieder Kandidaten, sich im Kreis drehen. Bei jeder Variante finden sie neue Gründe, um diese abzulehnen. Beispiel: Ein Familienvater hat ein Haus auf dem Land gebaut und möchte darin bleiben. Er will in seiner angestammten Branche Karriere machen und eine Führungsrolle übernehmen. Zudem strebt er eine Lohnsteigerung von 15% an. Auch möchte jeden Abend um 18 Uhr zuhause sein. Somit hat es er schwer, einen für ihn befriedigenden beruflichen Wechsel zu vollziehen. Er hadert mit zu wenig guten Möglichkeiten und fragt sich: Gibt es für mich überhaupt eine ideale Stelle? Eine mehrmalige Überprüfung und allfällige Revidierung seiner Benotungen könnte ihm weiterhelfen. Versuchen Sie es auch! Sie werden dabei auch sehen, dass Sie gewisse Varianten besser bewerten können als andere. Sie kennen mit ziemlicher Sicherheit nicht alle Fakten, die Ihren Entscheid auch noch ein Jahr später rechtfertigen würden. Holen Sie darum zusätzliche Informationen ein oder versuchen Sie, die offenen Punkte möglichst gut abzuschätzen.

Der Entscheid: Wenn Sie Ihre Tabelle fertig benotet haben, multiplizieren Sie die Noten in jedem Kästchen mit der Gewichtung des Kriteriums. Schreiben Sie die Zahl in das Kästchen. Dann zählen Sie alle Zahlen einer Variante vertikal zusammen. Die Variante mit dem höchsten Zahlenwert hat gewonnen.

Weil der Weg als sehr wichtig gesetzt wurde und in Variante A der Weg einsame Spitze ist, gewinnt Variante A deutlich. Alle anderen Kriterien treten in den Hintergrund.

Klingt einfach oder? Nicht wirklich. Denn möglicherweise kommt eine Variante heraus, die Sie nicht mögen. Dann müssen Sie nochmals über Ihre Gewichtungen und Noten. Sie finden den Denkfehler! Machen Sie sich dabei nichts vor: Der Chef kann ändern, das Team wird sich verändern, an den Lohn gewöhnen Sie sich. Viel Erfolg!