Über Vorstellungsgespräche wurden ganze Regale von Büchern geschrieben - im Gegensatz zu den Telefoninterviews: Dazu findet man nur wenige Anleitungen. Dabei sind sie oft ein entscheidender Filter:

Das Gespräch ist der erste persönliche Kontakt mit dem potentiellen Arbeitgeber. Mittels Telefoninterview will sich ein Recruiter oder Arbeitgeber ein besseres Bild des Kandidaten machen. In der Regel folgt heute auf einen ersten Mail-Kontakt ein telefonisches Gespräch. Das Telefoninterview dauert meist 20 bis 30 Minuten. Danach wird entschieden, ob Sie zu einem persönlichen Gespräch vor Ort eingeladen werden.

Diese Skills sind im Telefoninterview entscheidend:

-       Verbale Eloquenz

-       Sprachfertigkeit

-       Angenehme Stimme

-       Dialogkompetenz

Mit diesen 10 Tipps haben Sie alles im Griff:  

1. Gute Vorbereitung: Lesen Sie vor dem Gespräch die Ausschreibung der Stelle nochmals im Detail durch. Listen Sie auf, wo Ihnen Erfahrungen fehlen, und wo Sie besonders stark punkten können. Das Telefoninterview dreht sich nicht zwingend um Ihre Stärken, sondern auch um die Elemente, die im „Skillset" fehlen.

2. Sorgen Sie für absolut ungestörte Umgebung: Stellen Sie sicher, dass Sie das Interview ohne Ablenkungen führen können. Schalten Sie alle Hintergrundgeräusche auf ein Minimum. Kindergeschrei oder klappernde Kochtöpfe sind tabu. Suchen Sie sich also einen ruhigen Ort. Stehen Sie während des Gesprächs nicht in der Zugluft oder im Wind, weil dies laute Hintergrundgeräusche verursachen kann. Wenn möglich telefonieren Sie besser in einem geschlossenen Raum als im Freien. Vermeiden Sie Interviews während Autofahrten.

3. Perfekte Technik: Vergewissern Sie sich im Vorfeld des Gespräches, dass dem Interviewpartner Ihre korrekte Telefonnummer zur Verfügung steht. Stellen Sie sicher, dass ihre Telefonverbindung technisch einwandfrei ist. Riskieren Sie keine Unterbrüche oder technische Störungen. Darum vergewissern Sie sich vor dem Gespräch, dass die Empfangsqualität gut ist - umso mehr, wenn Sie ein mobiles Gerät nutzen. Prüfen Sie, ob die Akustik mit Ohrstöpsel und Kopfhörer verbessert werden kann.

4. Ruhig atmen! Machen Sie vor einem Telefoninterview gezielte Atemübungen. Atmen Sie dazu mehrmals langsam tief ein und aus, bis in den Bauch.

5. Achten Sie auf Stimme, Stimmlage und Stimmmodulation: Oft kommt es nicht darauf an, was gesagt wird, sondern wie etwas gesagt wird. Eine ausgeruhte Sprechweise wirkt souverän und kompetent. Kontrollieren Sie deshalb Ihre Stimme. Wenn Sie aufgeregt sind und schnell atmen, wird Ihre Stimme höher. Das kann hektisch und aufgeregt wirken und verrät Ihren Stresslevel.

6. Entspanntes Warm-Up: Im Telefoninterviews wird in der Regel eine kurze Aufwärmphase eingebaut. Diese umfasst eine Begrüssung, das Vorstellen der Interviewpartner und einige einleitende Sätze. Bewerber machen häufig den Fehler, relativ gespannt auf erste Fragen zu warten. So können Sie sich nicht auf die Lockerheit des Smalltalks einzulassen. Das zeigt sich in einsilbigen Antworten zu den Einführungsfragen. Eine derart angespannte Hilflosigkeit macht es dem Interviewer schwer, ins Gespräch überzuleiten. Bleiben Sie also locker. Fragen Sie zum Beispiel, wie es dem Gegenüber geht. Bedanken Sie sich für die Gelegenheit zu diesem Gespräch oder bekunden Sie Ihr Interesse an diesem Austausch.  

7. Gezieltes Interesse darlegen: Der Recruiter oder Arbeitgeber möchte verstehen, warum Sie sich für die beschriebene Rolle interessieren. Vermeiden Sie dabei Phrasen, wie «ich will mich beruflich entwickeln». Schildern Sie vielmehr authentisch und stringent ihre aktuellen Absichten. Legen Sie in zwei, drei Sätzen dar, warum der gefragte Berufsschritt für Sie reizvoll ist.

8. Maximale Schnittmenge herausstellen: Meist werden Sie gezielt nach spezifischen Kenntnissen gefragt, die aus dem Lebenslauf nicht klar hervorkommen. Legen Sie Ihre Kenntnisse ohne Übertreibungen dar. Überspielen Sie fehlendes Wissen nicht mit Buzzwords. Ansonsten riskieren Sie ein Nachbohren, das peinlich für Sie enden kann. Geben Sie auch nicht zu schnell Terrain her. Versuchen Sie so gut als möglich, Ihre maximale Schnittmenge zum gesuchten Profil herauszustellen. Bleiben sie prägnant und treffsicher in der beruflichen Begriffswelt.

9. Halten Sie sich knapp: Schweifen Sie auf keinen Fall ab. Bringen Sie wenig Beispiele und erzählen Sie keine Stories. Gehen Sie davon aus, dass Ihr Interviewer eine Checkliste abarbeiten muss. Antworten Sie zügig und flüssig, ringen Sie nicht nach Worten aber schiessen Sie auch nicht alles wie aus der Pistole. Mässigen sie Ihr Sprechtempo, ohne schleppend zu wirken. So stellen Sie sicher, dass der Interviewer auch alles gut versteht. Wenden Sie auch gezielt kleine Sprechpausen an, damit der Interviewer einhaken kann, wenn er es für notwendig hält.

10. Unnötige Rückfragen vermeiden: Das Telefoninterview ist nicht gut dazu geeignet, Gegenfragen zu stellen. Denn meist möchte der Interviewer einige grundsätzliche Sachverhalte klären, um zu entscheiden, ob man Sie kennenlernen möchte. Sparen Sie sich Ihre Fragen für das Interview vor Ort auf. Zögern Sie den Austausch nicht kompliziert in die Länge. Wenn Sie dem Interviewer seine Fragen beantwortet haben, wird er sich in der Regel bedanken und rasch verabschieden.